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Die Kunst der Anrede: Geben wir uns das «Du» oder bleiben wir beim «Sie»?


Die Kunst der Anrede: Geben wir uns das «Du» oder bleiben wir beim «Sie»?

Früher hatte ich Besucher auf meiner Webseite mit einem entschlossenen und überzeugten «Sie» begrüsst.

 

Doch dann fing ich an, auf hippe Marketinggurus zu hören, die mir immer wieder einredeten, dass ein «Du» angeblich zeitgemässer sei, mehr Nähe zum Kunden erzeuge und authentischer wirke (was auch immer das heissen soll).

 

Und so führte das dazu, dass ich vom formellen «Sie» auf das informellere «Du» wechselte.

 

Nach einer gewissen Zeit jedoch dachte ich mir, Moment mal, Nähe ist zwar schön und gut, aber will ich wirklich allen Ernstes jedem Fremden nahe sein, der meine Webseite besucht? 

 

Nein.

 

Und würde ich meine Webseitenbesucher, wenn ich sie auf der Strasse ansprechen würde, dann auch gleich duzen?

 

Nein.

 

Dieser Widerspruch (von wegen authentisch) hatte mich dann dazu bewogen, die Anrede auf meiner Webseite von «Du» erneut auf «Sie» zurückzuändern. Ich sagte mir, dann klinge ich wenigstens wie ein Erwachsener.

 

Leider hatte ich das aber nicht ganz zu Ende gedacht. Ich realisierte nämlich, dass ich in meinen Blogartikeln überall das «Du» in Verwendung hatte. Jetzt alles auf «Sie» umzuschreiben, erschien mir dann doch etwas zu übertrieben. Also beliess ich die bestehenden Texte beim «Du» und verfasste nur die neuen Texte mit dem formellen «Sie».

 

Aber mit der Zeit bemerkte ich, dass ein «Sie» mit meinem Schreibstil sich nicht verträgt. Also hörte ich damit wieder auf und kehrte bei meinen Blogbeiträgen wieder zurück zum ursprünglichen «Du».

 

Wie ein überforderter Idiot, orientierungslos im eigenfabrizierten Chaos, stand ich nun wieder auf Feld eins: Die Anrede auf der Webseite im formellen «Sie», einige Blogartikel im informellen «Du», andere Blogtexte im «Sie», und die Videos und der Podcast im «Du».

 

Es war der absolute Anrede-Albtraum.

 

Um aus diesem Albtraum zu erwachen, habe ich beschlossen, dass wir uns jetzt auf meiner Webseite offiziell wieder das «Du» geben.

 

ABER: Nicht aus Überzeugung, sondern aus praktischer Bequemlichkeit!

 

Denn so einfach, wie es scheint, ist das mit dem «Du» nicht.

 

 

 

Warum das englische «You» niemals ein deutsches «Du» sein wird.

 

Sprache ist ein zentrales Element unserer Identität. Die Art und Weise, wie wir angesprochen werden und andere ansprechen, beeinflusst unser Selbstbild und wie wir die Welt um uns herum wahrnehmen.

 

Dass wir jeden Scheiss mitmachen, der aus den USA importiert wird, ist nicht gerade sehr hilfreich dabei. Insbesondere nicht für unsere sprachliche Kultur und kommunikativen Gewohnheiten.

 

Die englische Sprache mag sicherlich in einigen Aspekten einfacher sein und daher bestimmte Ausdrucksweisen ermöglichen, die im Deutschen nicht denkbar wären. Die deutsche Sprache jedoch, die alles andere als einfach ist, zeichnet sich durch eine Eigenschaft aus, die in der englischen Sprache in diesem Masse nicht zu finden ist, nämlich in ihrer Präzision.

 

Manche Bezeichnung haben wir aus dem Englischen übernommen und benutzen diese auch wortwörtlich in unserem Alltag. Das sind die sogenannten Anglizismen, wie zum Beispiel: selfie, upgrade, challenge, cool, workflow, chillen, aka, asap, usw. Doch es gibt ein englisches Wort, das unsere sprachliche Kultur mehr geprägt hat als jedes andere englische Wort. Und dieses Wort ist nicht so offensichtlich, weil wir es nicht wortwörtlich als Anglizismus im Alltag verwenden, sondern nur im übertragenen Sinne:

 

«You.»

 

Wir sprechen zwar «You» im Deutschen nicht wortwörtlich aus, wie gesagt, aber wir übersetzen es instinktiv als ein «Du». Wir lesen, schreiben und hören dieses Wort unzählige Male am Tag, in Zeitungen, in Büchern, auf YouTube, bei Podcasts, in der Firma, mit Freunden, etc.

 

Und selbstverständlich kann man dieses «You» nach Belieben als ein «Du» oder auch ein «Sie» übersetzen, doch strenggenommen ist das englische «You» weder ein echtes «Sie» noch ein echtes «Du».

 

Und das wird es auch nie sein.

 

Die Verwendung von Anredeformen hat stark kulturell geprägte Wurzeln. Historisch gesehen hat das Englische eine Vereinfachung seiner Anredeformen durchlaufen. Das Mittelenglische hatte noch zwischen «Thou» (Du) für die informelle und «You» (Ihr/Sie) für die formelle Anrede unterschieden. Im modernen Englisch hat sich dann das «You» als standardisierte Form für beide Kontexte durchgesetzt. Diese historische «Verwässerung» hat jedoch dazu geführt, dass «You» keine direkte Entsprechung zur deutschen Unterscheidung zwischen «Du» und «Sie» hat.

 

Eine solche unscheinbar anmutende kleine Veränderung vom «Thou» zum «You» ist eine strukturelle Veränderung in der Sprache, die weitreichende systemische Folgen nach sich zieht. Die Konsequenzen, die daraus entstehen, beeinflussen nicht nur die Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren, sondern auch soziale, kulturelle Strukturen und die Wahrnehmung von Individualität und Kollektivität. 

 

Mit anderen Worten:

 

Wer das englische «You» einfach als «Du» übernimmt und am liebsten jeden duzen möchte, nimmt damit auch alle Vereinfachungen in Kauf, die in anderen Sprachen und Kulturen zu Problemen führen können. Ein Beispiel dafür sind eben die feinen Unterschiede in der Anrede, die in anderen Kulturen wichtig sind.

 

Oder noch etwas salopper formuliert:

 

Wer das «You» bewusst oder unbewusst in ein «Du» umwandelt, bestellt damit nicht nur den Big Mac, sondern bekommt auch alles andere serviert, was auf der Menükarte steht – selbst das, wonach niemand gefragt hat, und das letztlich unweigerlich Unverträglichkeiten auslösen kann.

 

Dieser Umstand verstärkt unnötigerweise bei vielen von uns den Wunsch, sich durch das lockere «You» bzw. «Du» vermeintlich modern zu geben. Doch die weitverbreitete Ansicht, dass das informelle «Du» eine zeitgemässere Form der Kommunikation darstelle, während das «Sie» noch immer von einem Hauch patriarchalischen Staubs umgeben sei, könnte sich als eine ziemlich grosse Illusion erweisen.

 

 

 

Die Anrede ist eine Frage der Positionierung.

 

Die Kunst der Kommunikation ist ein Seilakt zwischen Nähe und Distanz. Die Wahl der Anrede ist dabei weit mehr als eine reine Konventionsfrage. Sie beeinflusst massgeblich den Stil und den Inhalt unserer Kommunikation.

 

Es ist ein fataler Irrtum zu glauben, dass die Verwendung des «Du» automatisch Barrieren abbaut und Gleichheit schafft. In manchen Kontexten kann sie sogar das Gegenteil bewirken, indem sie eine unangebrachte Vertraulichkeit suggeriert oder die feinen Unterschiede in sozialen Hierarchien verwischt.

 

Aus der Sicht horizontaler und vertikaler Kommunikation, ist die Sache ziemlich klar. Horizontale Kommunikatoren bevorzugen tendenziell das informelle «Du», während vertikale Kommunikatoren tendenziell gerne beim formellen «Sie» bleiben. Das hat ziemlich wenig mit Charakter und schon gar nichts mit Persönlichkeit zu tun. Es ist eher eine Frage der Sozialisierung, die so manche Missverständnisse in unserer Gesellschaft nach sich zieht, die ich bereits an anderen Stellen zur Genüge ausformuliert habe.

 

In dem man sein «Du» anbietet, will man Nähe demonstrieren und Zugänglichkeit. Aber nicht jeder fühlt sich von dieser Form der Ansprache angesprochen oder gar wohl dabei.

 

Und in dem man beim «Sie» bleibt, will man ein gewisse Distanz waren und Respekt zollen, aber ebenso auch Respekt einfordern. Und natürlich, auch hier, fühlt sich nicht jeder von dieser Form der Ansprache angesprochen oder gar wohl dabei.

 

Auf welcher Seite man nun auch stehen mag, Fakt ist, was sich uns gerne oft als Stärke präsentiert, versucht nicht selten auch eine Schwäche zu kaschieren, und was wir vermeintlich als Schwäche wahrnehmen, kann oftmals von einer verborgenen Stärke getragen werden.

 

LinkedIn Profile, die auf ein «gerne per Du» hinweisen, beabsichtigen damit sicherlich den Wunsch von Nähe, Zugänglichkeit und gleiche Augenhöhe zu signalisieren. Aber die Erfahrung zeigt, dass Menschen, die zwanghaft die «Du»-Kultur anstreben, im Grunde einfach nicht mit der Distanz des «Sie» zurechtkommen. Was, per Definition, ein kommunikatives Unvermögen darstellen kann.

 

Selbstverständlich gilt auch der umgekehrte Fall. LinkedIn Profile, die auf ein «gerne per Sie» hinweisen, mögen sicherlich damit Distanz, Professionalität und Respekt signalisieren, aber nicht selten, hat es auch damit zu tun, dass man mit zu viel Nähe nicht umgehen kann. Was, per Definition, ebenso ein kommunikatives Unvermögen darstellen kann.

 

Die allerwenigsten von uns meistern tatsächlich beide Seiten, denn das erfordert eine besonders tiefe Empathie, die jenseits der Anrede greift.

 

Die meisten von uns, beherrschen nun mal entweder die eine Seite besonders gut oder aber die andere. Und das erzeugt unwillkürlich auch blinde Flecken – auf beiden Seiten.

 

Es darf sich also jeder selber ehrlich fragen:




Nutze ich das «Sie» eher, um mich vor zu schneller Vertrautheit und möglichen Übergriffen in meine persönliche Sphäre zu schützen, oder strebe ich mit seiner Verwendung eine bewusste Distanzierung an, um Professionalität und Respekt zu wahren?

 

Nutze ich das «Du», um einer möglichen Distanz oder Formalität zu entfliehen, oder wähle ich es proaktiv, um Offenheit, Verbundenheit und ein Umfeld gegenseitigen Vertrauens zu fördern?

 

Sowohl die Präferenz zum «Du» wie auch die Präferenz zum «Sie» kann sowohl aus einer defizitären Haltung entspringen wie aber auch aus einer konstruktiven.

 

Die Verwendung des «Du» könnte einer Flucht aus Unvermögen entspringen, wenn es eingesetzt wird, um formelle Grenzen zu umgehen, ohne die Bereitschaft oder Fähigkeit, eine angemessene Nähe aufzubauen. Gleichzeitig kann das «Du» in einem konstruktiveren Licht gesehen werden, wenn es bewusst gewählt wird, um eine Atmosphäre der Offenheit und des Vertrauens zu fördern, die für die Beziehung angemessen ist.

 

Ähnlich verhält es sich mit dem «Sie»: Es kann als Flucht aus Unvermögen genutzt werden, wenn es dazu dient, unnötigerweise Distanz zu schaffen und sich hinter Formalitäten zu verstecken, anstatt sich zwischenmenschlichen Herausforderungen zu stellen. Auf der anderen Seite kann die Entscheidung für das «Sie» ein konstruktiver Ansatz sein, der Respekt und eine angemessene formelle Distanz in Situationen wahrt, in denen diese geboten sind.

 

 

 

Die dunkle Seiten der Du-Anrede

 

Wie heisst es so schön? Überall, wo die Sonne scheint, gibt es vereinzelt Schatten. Das gilt selbstverständlich auch für die Anrede. Denn sowohl das «Du» wie auch das «Sie» haben ihre helle und dunkle Seite.

 

Die implizite Annahme, dass alles, was Nähe und Zugänglichkeit erzeugt, automatisch auch gut sein soll, könnte nicht falscher sein. Schliesslich dürfen wir nicht vergessen: Die Hauptzutat für eine erfolgreiche Manipulation ist gerade die Nähe und die Zugänglichkeit zum Gegenüber. Je näher, intimer und informativer der Zugang zu jemandem ist, umso mächtiger wird das Werkzeug der Manipulation.

 

Passive Aggression findet vor allem in den Bereichen statt, wo eine starke Du-Kultur herrscht. In solchen Umgebungen, in denen das «Du» vorherrscht und die Grenzen zwischen persönlichem und professionellem Raum verschwimmen, können die Mechanismen der Manipulation und passiven Aggression subtiler und tiefgreifender sein. Die vermeintliche Offenheit und Vertrautheit, die das «Du» suggeriert, kann eine falsche Sicherheit erzeugen, in der manipulative Verhaltensweisen leichter gedeihen.

 

Die Du-Kultur bietet deswegen eine perfekte Bühne für passive Aggressivität, da es einfacher wird, emotionale Manipulation zu betreiben, ohne offensichtlich feindselig zu erscheinen. Indem die Grenzen des Respekts und der persönlichen Integrität verwischt werden, können manipulative Personen ihre Botschaften hinter scheinbar harmlosen Kommentaren oder Handlungen verstecken, die jedoch tief sitzende Kritik und Angriffe transportieren.

 

 

Die dunkle Seiten der Sie-Anrede

 

Ebenso irreführend ist jedoch auch die Annahme, dass alles, was Distanz, Autorität und Respekt erzeugt, automatisch förderlich sei. Diese Perspektive kann leicht zu einer übermässigen Betonung formeller Strukturen und einer Kälte in zwischenmenschlichen Beziehungen führen, die echte Verbindung und offene Kommunikation behindert.


Eine übertriebene Distanz kann nämlich durchaus dazu führen, dass Individuen zögern, ihre Meinungen zu teilen, Feedback zu geben oder um Hilfe zu bitten, aus Angst, Autoritäten zu missfallen oder Respektlosigkeit zu zeigen. Das kann eine Kultur der Isolation fördern, in der wichtige Informationen nicht ausgetauscht werden, innovative Ideen unterdrückt werden und das Gefühl der Zugehörigkeit und des gemeinsamen Zwecks erodiert.

 

Ausserdem kann eine zu starke Fokussierung auf Distanz und formelle Autorität die Entwicklung einer Kultur der Angst und des Misstrauens begünstigen, in der Menschen sich ständig beobachtet und beurteilt fühlen, statt sich sicher und wertgeschätzt zu fühlen. Das kann nicht nur das Wohlbefinden und die Produktivität der Einzelnen beeinträchtigen, sondern auch das Gesamtklima innerhalb einer Organisation oder Gemeinschaft vergiften.

 

Das Ziel sollte daher nicht sein, Distanz, Autorität und Respekt, um ihrer selbst willen zu maximieren, sondern ein ausgewogenes Verhältnis zu finden, das offene Kommunikation und echte Verbindungen ermöglicht, während gleichzeitig ein angemessenes Mass an Professionalität und gegenseitigem Respekt gewahrt wird. Ein solches Gleichgewicht zu erreichen, erfordert ein tiefes Verständnis für die Bedürfnisse und Grenzen aller Beteiligten sowie die Fähigkeit, flexibel auf unterschiedliche Situationen und Beziehungen zu reagieren.

 

 

Geben wir uns jetzt das Du oder bleiben wir doch lieber beim Sie?

 

Was soll das jetzt alles für dich konkret bedeuten?

 

Nun, das weiss ich nicht. Ich kann dir nur sagen, was es für mich bedeutet.

 

Ich habe den grössten Teil meiner beruflichen Laufbahn in einer Du-Kultur verbracht, vor allem geprägt durch amerikanische Arbeitgeber. In manchen dieser Firmen habe ich mich wohler gefühlt als in anderen. Dort, wo trotz Du-Kultur sehr strikte Rollentrennungen existierten, diese auch für alle sicht- und spürbar waren, funktionierte es entschieden besser, als an jenen Orten, wo man versuchte, sich einfach hipp, modern und «authentisch» zu geben.

 

Als junger aufstrebender und ambitionierter Mann, hatte eine Du-Kultur für mich durchaus gut gepasst, ohne sie wirklich hinterfragt zu haben. Doch mit zunehmendem Alter und steigender Erfahrung, begriff ich mehr und mehr, welche Bedeutung «Politik» im beruflichen Kontext bekommt. Mir wurde irgendwann klar, dass völlig unabhängig der Anrede-Kultur, eine solche Politik überall gegenwärtig ist.


Und ja, sie ist auch dort vorzufinden, wo es vermeintlich besonders flache Hierarchien gibt.

 

Ich habe gelernt, wie Politik enorm subtile Formen annehmen kann und dass es dabei Menschen gibt, die dieses «politische Spiel» besser beherrschen als andere. Und es mag vielleicht nur ein Zufall sein, aber meine Beobachtung hat mir immer wieder vor Augen gehalten, dass vor allem jene aus diesem politischen Spiel siegreich hervorgingen, die eher zurückhaltend mit dem «Du» waren.

 

Ich denke, was ich dir zu sagen versuche, ist dieses:

 

Du darfst gerne grosszügig mit dem «Du» sein, aber verhalte dich nicht leichtsinnig und sei dabei nicht naiv.

 

Gehe nicht den Weg des geringsten Widerstandes.

 

Willige nicht einfach in ein «Du» ein, nur weil dein Gegenüber dich auf dem falschen Fuss erwischt.

 

Denke daran, ein «Du» ist schnell gewährt. Danach gibt es aber keinen Weg zurück.

 

Wenn das «Du» aus einem Selbstzwang entsteht, weil man nur das «Du» beherrscht, dann hat es ohnehin keine Bedeutung mehr, weil die betreffende Person ja auch kein Unterscheidungsmerkmal bietet.

 

Und es gibt durchaus Menschen – und das sind leider nicht wenige – die zwar ständig das «Du» einfordern, aber mit einem «Du» nicht wirklich umzugehen wissen, weil sie ständig ihre Grenzen überschreiten. Solche Menschen muss man mit einem klaren «Sie» auf Abstand halten, damit diese vor sich selbst geschützt werden.

 

Denke also langfristig. Denke strategisch. Denke in Rollen.

 

Handle mit Vorsatz.

 

Das Spiel zwischen Nähe und Distanz entscheidet sich letzten Endes nicht alleine mit der Anrede. Es entscheidet sich in der Haltung. Und eine reife, erwachsene Haltung, ist nun mal eine, die nicht einfach blind jedem ein «Du» anbietet, sondern mit Vorsatz auswählt, wer zu diesem inneren Kreis gehören soll.

 

Nein, das ist keine Arroganz.

 

Das ist der Tanz der sozialen Intelligenz, der Feingefühl und ein tiefes Verständnis menschlicher Beziehungen erfordert.

 

Ein banales und verwässertes «You» steht dabei nur im Weg. Es hat keine Musik, keine tiefen und hohen Töne, es klingt nur wie ein Stück Blech ohne Melodie, zu der man nicht wirklich Tanzen kann.

 

Doch diejenigen, die diesen Tanz, zwischen dem «Du» und dem «Sie» meistern, verstehen, dass jede Beziehung ihre eigene Dynamik hat und dass die Anrede nur ein Teil eines komplexen Geflechts aus Vertrauen, Respekt und gegenseitigem Verständnis ist.

 

Sie wissen, dass die wahre Kunst darin besteht, die richtigen Momente für Nähe zu erkennen, ohne dabei die Grenzen des Gegenübers zu überschreiten. Dieses Gleichgewicht zu finden, erfordert nicht nur eine bewusste Entscheidung darüber, wie wir jemanden ansprechen, sondern auch ein tiefes Verständnis dafür, wie unsere Worte und Taten diese Beziehung beeinflussen.

 

In der Businesswelt, wo Allianzen ebenso schnell gebildet wie gebrochen werden können, wird diese Fähigkeit umso wichtiger für dich.

 

Leute, die es verstehen, mit dieser Dynamik umzugehen, navigieren durch das Netzwerk ihrer Beziehungen mit einer Mischung aus Diplomatie und Charisma. Sie nutzen das «Du» und das «Sie», um nicht nur ihre Positionen zu stärken, sondern auch um eine Brücke zu bauen oder eine Barriere zu errichten, je nachdem, was die Situation erfordert.

 

Solche Menschen überlassen die Anrede niemals dem Zufall.


Sie handeln stets mit Vorsatz.

 

Also, was meinst du, wollen wir uns das «Du» geben?




 

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