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Warum der Anzug unsterblich ist und eine gut gebundene Krawatte der erste ernsthafte Schritt in deinem Leben ist.


Warum der Anzug unsterblich ist und eine gut gebundene Krawatte der erste ernsthafte Schritt in deinem Leben ist.

Wir wurden vor langer Zeit bestohlen, beraubt einer tiefen Wahrheit, die uns zu dem hätte machen sollen, was wir sein könnten: Edle Ritter, Gentlemen, die aus dem Schatten ihrer täglichen Passivität heraustreten und mit erhobener Brust ihr Königreich beanspruchen.


Die moderne Geschäftswelt hat den Anzug ruiniert. Sie hat ihn zum Symbol eines starren und seelenlosen Professionalismus gemacht. Eine aufgezwungene Konformität entkleidete den Anzug seiner ursprünglichen Pracht, beraubte ihn der Ritterlichkeit und machte ihn zum blossen Kostüm für Marionetten, die lediglich die Interessen von Unternehmen vertreten. Der Anzug, einst ein Zeichen von Stärke und Charakter, wurde trivialisiert und in die Enge getrieben durch die Normen einer Gesellschaft, die Individualität und Authentizität nur noch als Fussnoten behandelt.


Doch es gibt Hoffnung, denn eine Avantgarde der Stilbewussten, bewaffnet mit Wissen und Leidenschaft, navigiert gekonnt durch die Ströme der Modernität. Sie lehren uns erneut die wahre Bedeutung und Würde des Anzugs – nicht als Fessel, sondern als Schlüssel zu einer Dimension, die weit über das Sichtbare hinausgeht.

 


Der Anzug ist ein Mindset.

 

«Was soll ich heute anziehen?»

 

Das ist die falsche Frage.

 

Das ist die Frage eines typischen konformen Anzugträgers, der verzweifelt nach den Blicken seiner Ehefrau sucht, um einen Rat zu seiner Garderobe für den Tag zu bitten. So klingt die Unsicherheit eines Mannes, der Arbeiten geht und glaubt, dass das Äussere nur deshalb wichtig ist, weil der Arbeitgeber einen Dresscode vorgibt.

 

Die Frage, «Was soll ich heute anziehen?», ist der Ausdruck eines funktionellen Denkens, der uns in die Falle einer routinemässigen Entscheidungsfindung lockt.

 

Die Farbe einer Krawatte, ihre Abstimmung mit dem Hemd, das Muster des Stoffes, die Ärmellänge des Jackets, die Form und Breite des Revers, die passenden Schuhe, der Umschlag am Hosenbein: Alles zählt, alles hat eine Bedeutung, wenn es darum geht, sich im Alltag ein Image zu verpassen, das man anderen präsentieren kann.

 

Doch die wahre Kunst der Selbstpräsentation und des persönlichen Ausdrucks liegt nicht in der Bequemlichkeit des Gewohnten, und einer völlig missverstandenen Authentizität, sondern im Mut, täglich neu zu entscheiden, wer wir sein wollen.

 

 Die Frage sollte daher viel mehr lauten:

 

«Wer will ich heute sein?»

 

Diese Frage öffnet die Tür zu einer Welt, in der Kleidung zu einer Erweiterung deiner Persönlichkeit, deiner Träume und deiner Ambitionen wird.

 

Eine Frage wie, «Was will ich heute bewegen?» lässt die Entscheidung über deinen Krawattenknoten und den Schnitt deines Revers zu einer Botschaft werden, die du an die Welt sendest. Sie kann Ausdruck deiner Haltung zu aktuellen Themen sein oder deines Wunsches, Veränderungen in deiner Umgebung anzustossen.

 

Mark Twain sagte einmal: «Kleider machen Leute. Nackte Leute haben kaum oder keinen Einfluss auf die Gesellschaft.»

 

Kleidung ist nonverbale Kommunikation, ein Werkzeug, ein Statement, das es dir ermöglicht, ohne Worte Einfluss zu nehmen und deine Präsenz zu markieren. 


 

Eine Frage wie, «Welches Ziel verfolge ich heute?» ist eine viel praktischere Frage, die dich zu einer strategischeren Betrachtung deiner Garderobe führt. Eine solche Frage fordert dich auf, über den Tag hinaus zu denken und deine Kleidung als Teil eines grösseren Plans zu sehen. Jedes Kleidungsstück, jede Farbe und jedes Accessoire kann dazu beitragen, deine Ziele zu unterstützen, sei es durch das Stärken deines Selbstbewusstseins, das Kommunizieren deiner Kompetenz oder das Ausdrücken deiner Kreativität.

 

Während viele ihre Garderobe als eine nebensächliche Oberflächlichkeit abtun, offenbart sie in Wahrheit eine immense psychologische und soziokulturelle Bedeutung, die hinter unserer Kleidungswahl steht.

 

Die Fragen, «Wer will ich heute sein?», «Was will ich heute bewegen?», «Welches Ziel verfolge ich heute?», setzen ein tiefes Verständnis und eine bewusste Auseinandersetzung mit der eigenen Identität und den Werten voraus, die du in die Welt tragen möchtest. Sie erfordern von dir, dass du nicht nur oberflächliche Entscheidungen über dein Äusseres und deine Garderobe triffst, sondern dass du auch die tieferen Schichten deines Seins erkundest.

 

Darüber hinaus können diese Fragen noch etwas ganz anderes für dich tun: Sie fordern dich auf, mit mehr Absicht in den Tag zu starten. Sie ermutigen dich, jeden Morgen als eine Gelegenheit zu betrachten, deine Ziele zu reflektieren und deine Absichten zu schärfen. Die bewusste Auseinandersetzung mit dieser Art von Fragen, setzt eine Kette von Handlungen in Gang, die dich deinen Zielen näher bringen, indem du aktiv Entscheidungen triffst, die deine innere Wahrheit und deine Ambitionen widerspiegeln.

 

Indem du dir diese Fragen stellst, öffnest du dich für eine Welt, in der dein Stil nicht nur äusserliche Attribute sind, ein lästiger Dresscode, den es zu erfüllen gilt, sondern Ausdrucksformen deiner tiefsten Überzeugungen und Bestrebungen. Du beginnst, deine Garderobe als eine Sammlung von Werkzeugen zu betrachten, die dir dabei helfen, dich in der Welt zu positionieren und die Botschaften, die du senden möchtest, zu verstärken. Dein Stil wird zu einer Erzählung, die nicht nur von deinem guten Geschmack oder deinem Auge für Ästhetik zeugt, sondern auch von deinem Engagement, deinen Werten und deiner Vision.

 

Batman hat einmal gesagt: «Ich trage diese Maske und diesen Anzug nicht, um zu verbergen, wer ich bin, sondern um zu verstärken, was ich bin.»

 

Trage deinen Anzug mit Überzeugung. «Own it!», wie man im Englischen sagt. Mach den Anzug zu einem Teil deines Wesens. Beanspruche ihn, denn ansonsten wird der Anzug dich beanspruchen und dich beherrschen. Und dann wird er dich zu einem blossen Echo eines Dresscodes degradieren und dich zur leblosen Marionette in einem Spiel der Konformität machen.

 

 

Der Anzug ist eine Rüstung, die du dir verdienen musst.

 

Wenn ich einen Anzug trage, dann nicht, weil ich muss, sondern weil ich es will.

 

Du musst die Dinge wollen, die du im Leben tust. Du musst die Person sein wollen, die du bist. Du musst den Anzug tragen wollen, den du trägst.

 

«Own it!»

 

Es gibt in der deutschen Sprache keine wirklich passende Übersetzung für diesen Ausdruck. «Own it» ist nicht der materielle Aspekt des Besitzens, sondern vielmehr die innere Einstellung, die Selbstbehauptung und die vollständige Übernahme von Verantwortung für das eigene Handeln und Auftreten.

 

«Own it» heisst, zu dir selbst zu stehen, mit all deinen Entscheidungen, Fehlern und Erfolgen. Es bedeutet, die Kontrolle über das eigene Leben zu ergreifen, dich nicht hinter Ausreden zu verstecken und stolz auf das zu sein, was du tust und wer du bist.

 

Du trägst – buchstäblich – die Verantwortung für alles, was du ihm Leben tust. Du musst alles, was du tust, alles, was du im Leben willst, zu deinem eigen machen, um dein Leben beherrschen zu können. Ohne diese vollständige Übernahme und Selbstbehauptung, kannst du niemals der Boss deines eigenen Lebens sein. Du musst dein Königreich beanspruchen. Auf diesen Anspruch zu verzichten, heisst, sich zu unterwerfen.

 

Das ist auch der Grund, warum es so viele Anzugträger gibt, aber nur sehr wenige Männer, die ihren Anzug wie eine stolze Rüstung zu tragen verstehen.

 

Diese Selbstbehauptung hat weitreichende Konsequenzen. Sie ermutigt dich Selbstbewusstsein zu entwickeln und dieses durch dein Auftreten und deine Kleidung auszudrücken. Der Anzug ist nicht bloss ein Kleidungsstück, das man aus Notwendigkeit oder gesellschaftlichem Druck trägt, sondern als Ausdruck der eigenen Persönlichkeit und des individuellen Stils. «Own it», bedeutet, jeden Schnitt, jedes Muster und jede Farbe bewusst zu wählen und damit ein persönliches Statement zu treffen.

 

Es ist diese Haltung, die transformiert, wie du dich in der Welt bewegst und wahrgenommen wirst. Sie ermöglicht es dir, mit einer Aura der Authentizität und des Selbstvertrauens aufzutreten. In einer Gesellschaft, die ohnehin oft von Unsicherheit und dem Wunsch nach Konformität geprägt ist, bietet diese Selbstbehauptung einen Weg, dich abzuheben und deine eigene Einzigartigkeit zu zelebrieren.

 

Deinen Anzug bewusst anzunehmen, heisst, dein Leben aktiv zu gestalten und dich nicht von den Wellen der Umstände treiben zu lassen. Dadurch wird der Anzug zu deinem mächtigen Verbündeten: Er wird zu deiner Rüstung, zum visuellen Beweis deiner Bereitschaft, das Ruder fest in die Hand zu nehmen und dein Schicksal selbst zu bestimmen.

 

 

Dein Anzug ist Teil deiner Identität.

 

Wenn ich dich frage, wer bist du, was antwortest du mir darauf?

 

Vermutlich wirst du mir verraten, wie du heisst, was du beruflich machst, was du studiert hast, wo du lebst, welcher Nationalität du angehörst, ob du Familie hast und so weiter und so fort. Doch ich habe nichts von alledem gefragt. Ich habe dich nicht nach deinem Namen gefragt, nicht nach deinem Beruf, nicht nach deinem Studium, nicht nach deinem Wohnort, nicht nach deiner Nationalität und auch nicht nach deiner Familiensituation. Ich habe dich gefragt, wer du bist.

 

Und auf einmal merkst du, dass diese so einfach anmutende Frage, gar nicht so einfach zu beantworten ist, ohne dabei auf eine «Beschreibung», eine «Etikettierung» zurückzugreifen. Das, was du der Aussenwelt vermittelst, ist immer nur ein «Label» – ob dir das gefällt oder nicht. Du wirst nie in der Lage sein, dein wahres Wesen der Welt zu offenbaren. Wer du bist, ist nur eine Geschichte, die du erzählst. Dabei gibt es grossartige Geschichtenerzähler und solche, die darin weniger erfolgreich sind.

 

Und so ist es wichtig zu verstehen, dass es im Leben nur zwei Welten gibt: die innere und die äussere Welt. Es gibt nur zwei Arten von Energien: die äussere Energie und die innere Energie. Es gibt die Identität, die dir von deiner Aussenwelt aufgezwungen und zugeschrieben wird, und es gibt die Identität, die du dir selber zurechtlegst.

 

Nun frage dich selbst: Welche Identität soll sich durchsetzen? Deine eigene Geschichte, die von dir genährt wird, oder doch eher die Erzählung, das Narrativ, das andere in ihren eigenen Köpfen über dich gestalten?

 

Und wenn wir schon dabei sind, frage dich auch gleich: Wie sehr brauchst du deine Umwelt, damit sie dir sagt und bestätigt, wer du bist?

 

Und falls du wirklich ausdrücken möchtest, wer du bist – wie gehst du dabei vor? Welcher Mittel bedienst du dich dafür?

 

 

Dein Anzug ist dein Storytelling.

 

Diese Fragen fordern dich auf, die Regie über dein eigenes Lebensdrehbuch zu führen und in jedem Moment die Hauptrolle zu spielen. Denn du bist der Held in deiner Geschichte. Jeder Held, der sich auf seiner Heldenreise befindet, erlebt Herausforderungen, Aufopferung, Schmerz und Verlust. Daran geht der Held entweder zu Grunde, oder aber er erhebt sich wie ein Phönix aus der Asche, und erlebt eine innere Transformation, die von seiner Aussenwelt nicht unbemerkt bleibt.

 

Es gibt keine Story ohne Überwindung. Es gibt keine Überwindung ohne einen Helden. Es gibt keinen Helden ohne Transformation. Und es gibt keine Transformation, die nicht im Äusseren sichtbar wäre.

 

Schau sie dir an all die Helden und Heldinnen, die du kennst. Nenne mir einen x-beliebigen Namen und ich werde dir dessen Transformation anhand äusserlicher Merkmale festmachen.

 

Gandalf der Graue wird zu Gandalf dem Weissen. In «Der Herr der Ringe» durchläuft Gandalf eine signifikante Transformation nach seinem Kampf gegen den Balrog und kehrt mit erhöhten Kräften und einem weissen Gewand zurück.

 

Celie in «Die Farbe Lila» erlebt eine tiefgreifende persönliche Wandlung von einer unterdrückten und missbrauchten jungen Frau zu einer unabhängigen und selbstbewussten Person. Ihr Wandel wird durch ihre sich verändernde Kleidung und Frisur dargestellt, die von dunklen, unterdrückenden Farben und Stilen zu helleren, selbstbestimmten Outfits übergeht, was ihre Befreiung aus den Fesseln ihrer Unterdrückung visualisiert.

 

In «Star Wars» verwandelt sich Anakin Skywalker, einst ein vielversprechender Jedi, durch die dunkle Seite der Macht in Darth Vader, den ikonischen Antagonisten mit der schwarzen Rüstung und Maske.

 

In «The Matrix» verwandelt sich der unscheinbare Softwareentwickler Thomas Anderson in Neo, den «Auserwählten», der gegen die Maschinenherrschaft kämpft.

 

Edmond Dantès wird zum «Graf von Monte Christo». Nachdem er jahrelang unschuldig im Gefängnis sass, verwandelt sich Dantès von einem naiven Seemann in den rachsüchtigen und geheimnisvollen Grafen von Monte Christo. Seine äusserliche Transformation ist so beeindruckend, dass sogar seine Erzfeinde ihn im Angesicht zu Angesicht nicht wiedererkennen.

 

Wir könnten diese Liste endlos weiterführen. Alles, was diese Heldinnen und Helden gemeinsam haben, ist ihre Transformation. Und jede Transformation wird auf die eine oder andere Weise im Äusseren sichtbar. Und obschon der wahre Wandel sich im Inneren vollzieht, so signalisiert diese äusserliche Veränderung eine innere Reife, einen neuen Lebensabschnitt oder eine neu gewonnene Stärke.

 

Die äusserliche Transformation dient immer als Spiegel der inneren Wandlung, ein visuelles Symbol für das Publikum, um den Fortschritt und die Entwicklung eines Charakters nachzuvollziehen. Es ist diese Verbindung zwischen Innen und Aussen, die dir Tiefe verleiht und deine Aussenwelt auf einer emotionalen Ebene anspricht. Die Kleidung, die einst ein einfaches Stück Stoff war, wird zum Panzer gegen die Welt, zum Zeichen der Rebellion, zum Mantel der Weisheit oder einfach zum neuen Ich, dass stolz deine Transformation und Botschaft präsentiert.

 

Die Helden, die wir bewundern, sind jene, die durch das Feuer gegangen sind und sich nicht von ihren Ängsten oder von der Gesellschaft definieren lassen. Sie sind die Architekten ihres eigenen Schicksals, die beweisen, dass wahrer Wandel von innen kommt und dass das neue äussere Gewand ein wichtiges Echo dieses inneren Triumphs ist.


 

Ich brauch’ keinen Anzug, ich will bequeme Kleidung.

 

In all diesen Heldenreisen habe ich es noch nie erlebt, dass ein Held, eine entscheidende Transformation durchlebt und sich dafür einen Hoody angezogen hat, ein Sweatshirt überstreift hat oder ein T-Shirt mit dem Aufdruck: Ich bin nur zum Pöbeln hier.


Nein, so etwas wir niemals passieren, weil Kleidung immer ein Statement ist. Auch dann, wenn man sich künstlich bescheiden geben will.

 

Der Botschafter ist nun mal die Botschaft – im T-Shirt oder im Anzug.

 

Nur T-Shirts tragen zu wollen, zeugt nicht unbedingt von Anti-Konformismus und Rebellion gegen Anzugträger. Im Gegenteil, das Tragen von T-Shirts kann gerade auch eine Form von Konformismus sein. Abgesehen davon: Jeder kann ein T-Shirt tragen, aber nicht jeder ist bereit für den Anzug. Ein Anzug erfordert eine gewisse Haltung, ein Bewusstsein für Stil und die Bereitschaft, sich in eine Form zu begeben, die sowohl Respekt als auch Selbstachtung ausstrahlt.

 

Tatsächlich ist Bequemlichkeit entscheidend, denn niemand kann mit einer unbequemen Rüstung sein Königreich beherrschen. Es versteht sich von selbst, dass ich mich für diesen Beitrag in Schale geworfen habe, denn es gibt nichts bequemeres als ein gut sitzender Anzug.

 

Ein Anzug wird nicht dadurch zu einem Anzug, bloss weil es in der Auslage des Modefachgeschäfts auf dem Etikett so drauf steht. Klebriger Reis macht noch keine Sushi, genauso wenig, wie zusammengemischtes Mehl, Weizen und Wasser noch keine echte Pasta hervorbringt. Das gilt erst recht für einen echten Anzug.

 

Ein Anzug erlangt seinen wahren Wert und seine Bedeutung durch die Handwerkskunst, mit der er geschaffen wurde, durch das Verständnis und die Sorgfalt, die in seine Passform und sein Design eingeflossen sind. Es ist die Art und Weise, wie er den Träger umhüllt, dessen Silhouette verfeinert und nicht nur dessen Aussehen, sondern auch dessen Haltung und Selbstwahrnehmung transformiert. Ein gut sitzender Anzug ist wie eine zweite Haut, die nicht einengt, sondern befreit – er ermöglicht Bewegung und Ausdruck, während er gleichzeitig Struktur und Form bietet.

 

Und ja, ich weiss, Mark Zuckerberg trägt immer dasselbe graue T-Shirt von Brunello Cucinelli, dass 400 Euro das Stück kostet. Er hat mehrere davon, weil er sich angeblich morgens nicht mit der öden Frage auseinandersetzen will, «Was soll ich heute anziehen?»

 

Er ist erfolgreich und hat es nicht nötig, einen Anzug zu tragen – ja, sicher. Aber sogar ein Mark Zuckerberg muss sich in Schale werfen, wenn er vor dem US-Kongress Rechenschaft für sein Unternehmen ablegen muss. Und es gibt kaum jemand, der einen so schlecht sitzenden Anzug trägt wie Zuckerberg. Er ist ein schillerndes Beispiel dafür, was es bedeutet, von einem Anzug getragen zu werden, wenn man sich einem Dresscode unterwerfen muss, den man nicht beherrscht. Stil ist ein Haltung, die man nicht kaufen kann. Da ändern auch 170 Milliarden auf dem Konto wenig.

 

Und ich weiss selbstverständlich auch, dass Steve Jobs immer den gleichen schwarzen Rollkragenpulli, die gleichen Jeans und seine New Balance Sneaker trug, weil er gerne seine eigenen Regeln machte. Aber erstens, bist du nicht Steve Jobs, zweitens, war er ein Genie und drittens, war er ein Arschloch – mit und ohne Sneaker.

 

Was soll ich also sagen?

 

Ich liebe den Komfort, den mir mein weisses T-Shirt, meine blaue Jeans und meine weissen Adidas Sneaker bieten. Ich liebe die Geborgenheit, die mir die Kapuze meines Hoodys gewährt, wenn ich mich von der Welt abschotten will. Und ich kann und will nicht auf meine Havaianas verzichten, wenn die Temperaturen wieder etwas steigen. All das hat seinen Platz.

 

Diese alltäglichen Stücke vermitteln ein Gefühl von Komfort und Selbstsicherheit in ihrer Einfachheit und sind ein Spiegelbild unserer Persönlichkeit in den Momenten der Entspannung und des unbeschwerten Seins. Doch der Anzug, steht für so viel mehr – für die Momente, in denen wir uns der Welt stellen, in denen wir mehr sein wollen als nur wir selbst in unseren bequemsten Momenten. Er symbolisiert unsere Ambitionen, unsere Träume und die Rollen, die wir einnehmen müssen, damit getan wird, was getan werden muss.

 

Ohne den Anzug, ohne diese Rüstung, verlieren die Momente der Lässigkeit und Leichtigkeit an Kontrast und somit an Bedeutung. Der Anzug erhebt diese Momente, indem er die Unterschiede zwischen Arbeit und Spiel, zwischen formellen und informellen Anlässen markiert. Es gibt Zeiten, in denen wir uns über das Gewöhnliche erheben und unsere beste Version präsentieren müssen. So wie der Ritter seine Rüstung anlegt, um in den Kampf zu ziehen, so ziehen wir unseren Anzug an, um die Herausforderungen und Gelegenheiten des Lebens anzunehmen.

 

Doch mehr als das lehrt uns der Anzug auch Respekt – vor uns selbst, vor anderen, und vor den Situationen, die wir erleben. Er ist eine Hommage an die Tradition und gleichzeitig eine Einladung, diese mit unserem individuellen Stil zu interpretieren. Der Anzug ist nicht nur Kleidungsstück, er ist eine Einstellung, er ist eine Rüstung, eine Identität und deine Geschichte. Er ist ein Ausdruck deines Bewusstseins für die Bedeutung des Moments.


 

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