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Erfolgreiche Gewohnheiten, erfolgreiches Leben.

Mar 21, 2021

Anthony Trollope (1815 - 1882) war ein englischer Postbeamter. Jeden morgen, um acht Uhr, öffnete er pünktlich die Türen zu seiner Poststelle.

Doch dieser Mann war nicht einfach nur ein Postbeamter. Anthony Trollope war eine ganz besondere Persönlichkeit.

Er verfasste 77 Romane und galt als einer der produktivsten, erfolgreichsten und meistgelesenen Schriftsteller der viktorianischen Zeit.

Es stellt sich nun die Frage: Wie war es ihm gelungen, eine solch hohe Produktivität zu erzeugen, wenn er doch tagsüber Vollzeit auf der Post arbeiten musste?


Was wir überschätzen

Es ist ganz natürlich, wenn wir Menschen bewundern, die etwas Besonderes in ihrem Leben geschaffen haben. Doch dabei machen wir sehr oft den Fehler, unser Augenmerk eher auf offensichtliche Dinge zu richten. Wie zum Beispiel auf Resultate.

Leider tun wir das nicht nur bei anderen Menschen, sondern vor allem auch bei uns selbst.

Eine solche Haltung hat Konsequenzen.

Dadurch reden wir uns nämlich oft ein, dass durchschlagender Erfolg ein ebenso durchschlagendes Handeln erfordert. Was wiederum dazu führt, dass wir uns selber unnötig unter Druck setzen, um einen bahnbrechenden Erfolg zu erreichen. Ein Ergebnis, das jeder sehen kann. Ein Resultat für jeden erkennbar.

Oft sehen wir dabei gar nicht, welche winzig kleinen Fortschritte wir tagtäglich erreichen können, wenn wir ein System entwickeln, mit dem wir diese Verbesserungen kultivieren. Wir verbuchen nämlich täglich winzig kleine Erfolge. Doch leider gehen diese Mini-Erfolge vor unseren Augen unbemerkt unter.

Wir verzichten sogar häufig ganz bewusst auf diese kleinen Änderungen, da sie im Augenblick keine wirklich grosse Rolle zu spielen scheinen. Wir sind zu sehr mit dem Offensichtlichen beschäftigt.


Was wir unterschätzen

Vielleicht hast Du schon mal diesen berühmten Spruch gehört: 

«Menschen überschätzen, was sie in einem Jahr erreichen und unterschätzen, was sie in fünf Jahren schaffen können.»

Im Alltag fällt es uns oft sehr schwer, diesem Konzept die richtige Bedeutung beizumessen. Denn der Wert guter Gewohnheiten und der Preis schlechter Gewohnheiten werden erst offensichtlich, wenn man zwei, fünf oder vielleicht zehn Jahre später zurückblickt.

Fakt ist: Die Wirkung kleiner Angewohnheiten steigt im Laufe der Zeit exponentiell an. Weil Gewohnheiten wie Zinseszins funktionieren. Die Auswirkungen Deiner Gewohnheiten vervielfachen sich, wenn Du diese ständig wiederholst.


Die Gewohnheit des Anthony Trollope

Um nochmals auf Anthony Trollope zurückzukommen: Wie war es ihm also gelungen, trotz Vollzeit-Job als Postbeamter eine solch hohe Produktivität zu schaffen und ganz «nebenbei» 77 Romane zu veröffentlichen?

Wer schon mal selber versucht hat, ein Buch zu schreiben, weiss, was das bedeutet.

Trollope engagierte jemanden, der ihn jeden Tag um fünf Uhr in der Früh wecken kam. Damit kultivierte er eine Gewohnheit, die dazu führte, dass er sich jeden morgen um diese Uhrzeit an seinen Schreibtisch setzte und täglich 2500 Wörter verfasste, bevor er anschliessend zu seiner Poststelle ging.

Er konzentrierte sich nicht auf seinen Roman. Er fokussierte sich nur täglich auf 2500 Wörter. Das ist alles.

2500 Wörter. Kein Wort mehr. Kein Wort weniger. Und wenn es einmal vorkam, dass er eine Story beendet hatte und ihm deswegen vielleicht 500 Wörter übrig blieben an diesem Tag, so begann er mit diesen 500 einfach eine neue Geschichte. Danach ging er pünktlich die Poststelle öffnen.


Alte Schule, moderne Wissenschaft

Trollope verwendete zwei besonders wichtige Techniken, die heute von der Forschung belegt und wärmstens empfohlen werden, wenn man seine Ziele im Leben erreichen will.

Was Trollope hier machte, bezeichnet man in der Psychologie als «Selbstbindung». Das war der erste entscheidende Punkt, der zu seinem unglaublichen Erfolg führte.

Selbstbindung bedeutet, dass Du in der Gegenwart eine Entscheidung triffst, um Deine künftigen Handlungen zu steuern. Selbstbindung erhöht die Wahrscheinlichkeit, dass Du in Zukunft das Richtige tust, indem Du schlechte Gewohnheiten schon jetzt schwieriger gestaltest.

Dadurch, dass jeden morgen, um fünf Uhr, jemand an seiner Türe klingelte, zwang ihn das regelmässig früh aufzustehen. Die Gewohnheit auszuschlafen, wurde dadurch unterbunden und durch eine neue, zielführendere Gewohnheit ersetzt. Nämlich, dass er sich jeden morgen, zur gleichen Zeit, am gleichen Ort hinsetzte und schrieb.

Die zweite und ebenso wichtige Technik, die Trollope anwendete, war diese:

Er hatte ein sehr schwieriges Ziel in einfachere unterteilt.

Ein Buch schreiben: sehr schwierig.
2500 Wörter schreiben: mittelschwer.
Einen Absatz schreiben: einfach.

Durch diese Unterteilung schaffst Du Bewusstsein dafür, was wirklich nötig ist, um eine Gewohnheit dieser Art zu kultivieren.

Dabei geht es in erster Linie nicht um die Sache selbst, sondern darum, dass man sich erst einmal dazu aufrafft. Denn jede Gewohnheit muss sich erst etablieren können. Und das ist viel wahrscheinlicher, wenn die Gewohnheit einfach ist. Schliesslich besagt das Gesetz des geringsten Widerstandes:

Dass der Mensch bei zwei ähnlichen Alternativen von Natur aus diejenige wählt, die den geringsten Arbeitsaufwand erfordert.

Trollope ist nur eines von vielen Beispielen, die beweisen, dass Produktivität nicht eine Frage der Muse ist, sondern eine Frage des Systems.

«Genie ist persönlich, durch Schicksal bestimmt, aber Genie drückt sich immer durch ein System aus. Es gibt kein Kunstwerk ohne System.»
Le Corbusier

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«Erfolgreiche Gewohnheiten, erfolgreiches Leben.»

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